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Gesellschaft und Politik

Umfragen sehen Clinton vorn

Washington (DT) Dienstagnacht entscheidet sich, wer als neuer Präsident in das Weiße Haus einzieht: Hillary Clinton oder Donald Trump. Die Katholiken in den USA spielen dabei eine wichtige Rolle. Für die Demoskopen gelten ihre Stimmen als Gradmesser für den Wahlausgang. Das liegt daran, dass Katholiken offenbar einen sicheren Instinkt für den Wahlsieger haben. Seit 1932 stimmten sie in fast allen Wahlen für den Kandidaten, der die Wahl gewonnen hat.

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Das bedeutet nicht, dass das katholischen Stimmverhalten immer eindeutig ist. Es gibt keinen monolithischen katholischen Wählerblock. Die katholischen Stimmen teilen sich fast gleichmäßig zwischen Demokraten und Republikanern auf. Eine parteipolitische Präferenz gibt es nicht.

Katholiken können Wahlen entscheiden, weil sie in den USA rund ein Viertel der gesamten Wählerschaft stellen. Wer bei ihnen starke Wählerabwanderungen riskiert, der kann ernsthafte Probleme bekommen, erst recht in Bundesstaaten mit hohem Katholikenanteil, die sowieso schon für das eine oder andere Lager auf der Kippe stehen. Dazu gehören unter anderem Pennsylvania, Ohio oder Florida. Weiterlesen

Die USA im Wahlkampf: Clinton oder Trump?

Am 8. November sind die Wählerinnen und Wähler in den USA aufgerufen, eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten zu wählen.

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Glaubt man den Prognosen des als „Superstar“ unter den Prognostikern in den USA gehandelten Nathaniel «Nate» Silver, dann steht der große Wahlverlierer schon heute fest – Donald Trump. Laut seiner Prognose, liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg für Hillary Clinton bei 80,3 Prozent. In seinem Fivethirtyeight-Modell – eine Anspielung auf die Zahl der Wahlmänner, die den Präsidenten wählen – verarbeitet Silver neben allen möglichen Umfragen auch statistische Daten wie frühere Wahlergebnisse, die Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Kennzahlen in allen 50 Bundesstaaten.

Bei den letzten beiden Präsidentschaftswahlen hatte Silver den Ausgang fast auf den Punkt genau vorhergesagt. Seitdem nimmt man seine Einschätzungen ziemlich Ernst.

Wer anhand dieser Prognosen Donald Trump abgeschrieben hat, für den könnte der Wahl-Dienstag im November eine böse Überraschung werden. Weder Clinton, noch Trump sind besonders beliebte Kandidaten. Trump wird von zwei Dritteln der Menschen in den USA abgelehnt und liegt damit vor Hillary Clinton, deren Beliebtheitsskala sich aber auch in Grenzen hält. Weiterlesen

US-Wahlkampf in der heißen Phase

Noch knapp vier Wochen sind es bis zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten. Der Wahlkampf in den USA geht daher jetzt in die heiße Phase. Am vergangenen Sonntag fand das zweite TV-Duell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump statt. Mit Spannung schauten viele Beobachter darauf, wie sich sowohl Clinton, vor allem aber Trump nach dem Auftauchen des Skandalvideos schlagen würden.

 

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Etwa 15 Prozent der Wähler sind im Moment noch unentschlossen. Diese Wähler möchten sowohl Hillary Clinton, aber auch Donald Trump mit den insgesamt drei TV-Debatten erreichen. Aus dem Blick gerät dabei, dass mit Stand vom Montag schon gut 800 000 US-Wähler ihre Stimme abgegeben haben. Denn seit dem 23. September hat in einigen Bundesstaaten das sogenannte „Early Voting“ begonnen. Diese frühzeitige Stimmenabgabe ist in den vergangenen 20 Jahren in den Vereinigten Staaten immer wichtiger geworden.

Seit dem 23. September wurde den Wählern in den US-Bundesstaaten Minnesota, South Dakota und Idaho die Möglichkeit der Stimmenabgabe eröffnet. Einen Tag später kamen dann die Bundesstaaten Maryland, New Jersey und Maine dazu. Die Wahllokale werden dort schon für einige Stunden geöffnet. Auch können die Bürger ihre Stimme per Briefwahl abgeben. 36 von 50 Bundesstaaten erlauben inzwischen das „Early Voting“. Weiterlesen

Donald Trump bleibt ein Phänomen

Kandidat wie aus Teflon

Der Unternehmer Trumpf punktet trotz Pleiten und merkwürdigen Steuergebarens.

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Donald Trump bleibt für viele Menschen im US-Wahlkampf nach wie vor das große Rätsel. Dabei könnte das Rezept seines Erfolges vor allem daran liegen, dass er anfangs maßlos unterschätzt wurde. Als der Milliardär aus New York im Juni letzten Jahres seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl bekannt gab, da hielt es jeder für einen Witz. Als Trump im Vorwahlkampf in Umfragen deutlich vor seinen Konkurrenten lag, sprachen viele von einer Fiktion, die keinen Bestand im Wahlkampf haben würde. Nun, da es zwischen dem Präsidentschaftskandidaten Trump und seiner Gegenspielerin, der Demokraten Hillary Clinton, nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aussieht, reiben sich nicht Wenige verwundert die Augen. Dabei ist es gar nicht so verwunderlich, dass vor allem Journalisten, Intellektuelle und Politiker bei uns das „Phänomen T“ nicht fassen können. Sie leben in bevorzugt hippen Stadtvierteln und sprechen fast ausschließlich nur mit Kollegen, Experten und Politikern.

In seinem Buch „Listen Liberal“ spricht der Publizist Thomas Frank von der „Liberalen Klasse“, die sich heute nicht mehr über Herkunft oder Besitz definiert, sondern durch Aufstieg, Fachwissen und Deutungshoheit. Die Klasse, so lästert der bekennende Linksliberale in seinem Buch, „weiß, was der Gesellschaft fehlt“ und „was getan werden muss“. Sie besitzt daher die „Macht vorzuschreiben“, was richtig ist und was man eher verachten muss. Dabei setzen sie nicht auf einen Staatsapparat, sondern einzig und alleine auf den Medienbetrieb, der die Deutungshoheit vorgibt. Die Liberale Klasse, so Frank, arbeitet im „Weinberg des Zeitgeistes, pfropft Werte und Begriffe auf und schneidet andere zurück“. Weiterlesen

Erstes TV-Duell zwischen Clinton und Trump

„Es ging eher unentschieden aus“

USA-Experte Thomas Jäger analysiert das Duell der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump

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Der Kölner Prof. Dr. Thomas Jäger. Foto: IN

Im Nachgang des TV-Duells sahen viele Beobachter Hillary Clinton klar als Siegerin. Teilen Sie diese Auffassung?

Hillary Clinton war konzentrierter und behandelte viele Themen. Dabei stand sie die ganze Debatte mit einem Lächeln durch, das alle Angriffe von Trump abwehren und gleichzeitig dokumentieren sollte, wie gelassen und überlegen sie ist. Das ist ihr teilweise gelungen, wirkte dann aber zunehmend eingeübt. Trump musste zeigen, dass er in der Sache nicht so tief informiert ist. Aber er brachte seine Botschaft an, indem er drei Themen immer wieder herausstellte: Jobs durch bessere Handelspolitik schaffen; Recht und Ordnung auf den amerikanischen Straßen wieder herstellen; nicht den Weltpolizisten auf Kosten der amerikanischen Bürger geben. Aus meiner Sicht ging es also eher unentschieden aus. Dass jetzt mehrere Umfragen zeigen, dass entweder Clinton oder Trump die Debatte gewonnen haben, ist Teil der PR der Kampagnen. Weiterlesen