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Ökonomie

Amerika zuerst?

Trump kann Europa nicht abkoppeln – Europa ist für USA Hauptinvestitionspartner.

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Vieles bleibt auch gut eine Woche nach der Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten im Ungewissen. Spekulationen, Vermutungen und vor allem Ängste prägen die Beurteilung des zukünftig mächtigsten Mannes der Welt. Trump hat gewonnen: Nun muss er die Ansprüche seiner Wählerschaft befriedigen. Viele erwarten, dass er ihre wirtschaftliche Lage verbessert. Er, der Unternehmer, der im ganzen Wahlkampf den Nimbus des Unabhängigen und damit Unbestechlichen gepflegt hat, muss nun liefern. Die Wirtschaft ist Trumps Kernkompetenz, da er dort herkommt. Er möchte Amerika wieder groß machen und muss sich an seinen Versprechen messen lassen: Mehr Jobs, mehr Wachstum, weniger Schulden.

Wenn Donald Trump am 20. Januar sein Amt antreten wird, dann kann er auf eine US-Wirtschaft bauen, die im Moment bei den wichtigsten Kennziffern relativ gut dasteht. Die Zahlen des dritten Quartals sprechen von einem Wachstum knapp unter drei Prozent. Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Oktober bei unter fünf Prozent. Die relativ gute Wirtschaftssituation hat aber auch eine Kehrseite: Viele Jobs sind deutlich schlechter bezahlt als vor der Finanzkrise. Auch die Arbeitsproduktivität ist im internationalen Vergleich relativ niedrig. Die ökonomische Kennziffer Arbeitsproduktivität besagt, wieviel Wirtschaftsleistung ein Erwerbstätiger in einer Stunde schaffen kann. Höhere Effizienz, bessere Technologie und mehr Kapital, also Maschinen- und Computer-Einsatz, steigern die Arbeitsproduktivität. Im zweiten Quartal sank die Arbeitsproduktivität um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der dritte Rückgang in Folge. Das letzte Mal, dass es einen so langen Rückgang der Arbeitsproduktivität gegeben hat, war im Jahr 1979. Damals befand man sich inmitten einer Rezension. Geringe Arbeitsproduktivität hat zur Folge, dass die Löhne kaum noch steigen. Viele Menschen sind daher unzufrieden. Weiterlesen

Sind unsere Kinder Volkseigentum?

Selten demonstrierten Gewerkschaften und Arbeitgeber eine so starke Einigkeit wie in den letzten Tagen. Aus „Sorge um die Wirtschaft“, giften sie gegen die geplante Zahlung eines Betreuungsgeldes an Familien, die ihre Kinder nicht in Kindertagesstätten geben möchten.

Liest man die Erklärung, dann drängt sich einem der Gedanke auf, dass die Grundfeste unseres Staates ins Wanken zu geraten drohen. Von einem „arbeitsmarkt- und bildungspolitischen Rückschritt“ ist die Rede. Es werde ein  „falscher Anreiz geschaffen, sich aus dem Beruf zurückzuziehen“. Vor Angst schlotternd, möchte man ganz kleinlaut fragen: Wie soll es nur mit unserer Volkswirtschaft weitergehen, wenn die monatliche Zahlung von 150 EURO an Familien, unseren Wohlstand offensichtlich so stark bedroht? Nicht Staatsverschuldung, nicht gierige Banker, nicht Umweltkatastrophen, nicht Wirtschaftskrise, nicht die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich in unserer Republik, sind Punkte, die einer gemeinsamen Erklärung bedürften. Nein, langsam dämmert es auch mir Lebensdeppen – die heraufziehende Gefahr durch das Betreuungsgeld, gilt es mit gemeinsamen Kräften abzuwenden. Spätestens jetzt muss ich mich schämen, dass ich das bisher noch nicht erkannt habe. Weiterlesen

Zum Tode von Roland Baader: „Ich bin niemandes Sklave, niemandes Kriecher und niemandes Liebediener.“

Seit gestern ist Deutschland um einen der wichtigsten Freiheitsautoren ärmer. Im Alter von 71 Jahren starb Roland Baader nach langer, schwerer Krankheit. Baader, der ein klassischer Liberaler im positiven Sinne gewesen ist, war Student bei Friedrich August von Hayek und Mitglied der Mont Pelerin Society.

In Erinnerung wird uns vor allem seine ungeschminkte Lageanalyse bleiben: „Was wir in den letzten Jahrzehnten im Kreditrausch vorausgefressen haben, werden wir in den nächsten Jahrzehnten nachhungern müssen. Es wird furchtbar werden.“

Roland Baader, Dipl.-Volkswirt, Unternehmer und seit 1988 Privatgelehrter und freier Autor, verfasste viele Bücher über das Verhältnis von Wirtschaft und Staat. Er plädierte hier für ein Prinzip des Minimalstaats und wendete sich eindeutig gegen die heutigen sozialistischen Bestrebungen, aus der Bundesrepublik einen Umverteilungs- und Wohlfahrtsstaat zu machen. Eindrucksvoll warnte er in seinen Schriften immer wieder vor der nach seiner Auffassung schrittweise Einschränkung der marktwirtschaftlichen Prinzipien bis hin zu derer Auflösung.

Nun ist diese mahnende Stimme für immer verstummt. Weiterlesen

Internationale Studie: Ehe und Geburtenrate entscheidend für Wirtschaftswachstum

Der Rückgang der Kinderzahl und der verheirateten Paare haben einen signifikanten Einfluss auf das wirtschaftliche Wachstum und Nachhaltigkeit der politischen und sozialen Sicherheit. Zu diesem Ergebnis kommt der kürzlich vom Social Trends Institut herausgegebene Bericht „The Sustainable Demographic Dividend: What do marrige & fertility have to do with the Economy? (Die Nachhaltigkeit der demokratischen Dividende: Was haben Ehe und Fruchtbarkeit mit der Wirtschaft zu tun?).

Das „Social Trends Institut“ ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation mit Sitz in New York und Barcelona. Der Wohlstand der Volkswirtschaften werde sich nach Auffassung der Forscher entsprechend der Situation der Familien erhöhen oder verringern.

Zwei große Trends gibt es im Moment, die besorgniserregend seien. Das erste Problem sei, dass die Zahl der älterer Menschen steigt, während gleichzeitig der Anteil der produktiven Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in vielen Ländern stagniert oder sogar zurückgeht. Diese Erkenntnisse mögen nicht neu sein und werden seit Jahren von Experten beklagt. Weiterlesen