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Welt trennt sich von Redakteur Günther Lachmann

Günter Lachmann und die Stunde der Heuchler

Als die Tageszeitung „Welt“ vor wenigen Tagen ankündigte, sich wegen einer angedienten Beratertätigkeit für die AfD von ihrem Redakteur Günter Lachmann zu trennen, da sah es so aus als wenn in Sachen Glaubwürdigkeit des Journalismus klare Kante gezeigt wird. Der zweite Blick wirft  Fragen auf. In der Chefredaktion scheint die Stunde der Heuchler geschlagen zu haben.

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

„Warum sich die ‚Welt‘ von Günter Lachmann trennt“, so lautete in den letzten Tagen eine Überschrift in der Welt. Chefredakteur und Herausgeber, Stefan Aust erklärt darin, warum jemand, der sich einer Partei als Berater andient, seine „Unabhängigkeit“ verloren hat man sich deshalb von Lachmann trennen müsse.

„Glaubwürdigkeit ist das wichtigste Kapital des Journalismus. Wer diese aufs Spiel setzt, schadet nicht nur der Zeitung oder der Zeitschrift, für die er arbeitet. Er schadet der gesamten Publizistik“ (Stefan Aust)

Hintergrund der Trennung des Springer-Verlags von Günter Lachmann ist, dass der AfD-Europaabgeordnete, Marcus Pretzell Ende Januar öffentlich gemacht hat, dass Lachmann der AfD eine Beratertätigkeit angeboten hat. Anfänglich bestritt Lachmann das und legte eine Eidesstattliche Versicherung vor, in der er die Aussagen Pretzells zurückwies. Später tauchten E-Mails auf, in denen Lachmann der AfD tatsächlich Vorschläge für die politische Strategie der Partei gemacht hat. Die Behauptung von Marcus Pretzell, dass Günter Lachmann in diesem Zusammenhang Honorarforderungen gestellt haben soll, ist damit nicht bewiesen. Für die Welt-Chefredaktion reichen diese Mails aber aus, um sich vom Redakteur zu trennen.

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