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Wofgang Schäuble

10 Jahre Islamkonferenz

Bilanz fällt eher dürftig aus

Zehn Jahre ist es her, als der damalig Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Deutsche Islam Konferenz (DIK) ins Leben gerufen hat. Ob ein islamischer Religionsunterricht, eine islamische Theologie an Deutschlands Hochschulen, eine islamische Wohlfahrtspflege oder die Debatte um eine Seelsorge – vieles hat sich in den letzten zehn Jahren bewegt. Trotzdem ist die Bilanz, die am Dienstag während des offiziellen Festakts in Berlin Kreuzberg gefeiert wurde, relativ dürftig ausgefallen.

 

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„Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas“, sagte Wolfgang Schäuble damals, als er die erste Sitzung der Deutschen Islamkonferenz (DIK) im Berliner Schloss Charlottenburg eröffnete. Viel hatte man sich damals vorgenommen. Staat und Muslime trafen sich 2006 das erste Mal in einem so institutionalisierten Rahmen. „Die Konferenz soll zu einer verbesserten religions- und gesellschaftspolitischen Integration der muslimischen Bevölkerung in Deutschland beitragen“, hieß es damals in einem Positionspapier des Ministeriums. Zwei bis drei Jahre hatte man in Schäubles Haus für den Prozess veranschlagt. Keiner ahnte, dass es zehn Jahre werden würden und auch heute noch kein Ende in Sicht ist.

 

„Wenn wir nicht eines Glaubens sind, sind wir doch eines Geistes“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière anlässlich des Jubiläums. Die Diskussionen um den Islam, so der CDU-Politiker, seien in den vergangenen Jahren durchaus kontroverser geworden als noch vor zehn Jahren. Weiter erwartet de Maizière, dass sich die Islamkonferenz in Zukunft auch personell verändern wird. „Vor zehn Jahren hatten wir eine klare Mehrheit türkischstämmiger Muslime. Das wird jetzt durch die Flüchtlinge vielfältiger“, so der Bundesinnenminister. Kritik geht an diesem Tag unüberhörbar an die Islamverbände. De Maizière stellt fest, dass die Verbände nach wie vor „wichtige Partner“ in der Islamkonferenz sein werden. Keinen Hehl macht er aber daraus, dass er von den Verbänden „transparente Mitgliederstrukturen“ erwartet. Würden sich die Verbände hier nicht bewegen, dann wird es auch keine Anerkennung als Körperschaft geben. Diese aber ist ein erklärtes Ziel der moslemischen Verbände.

 

Dies hatten sich vor zehn Jahren mit der Islamkonferenz mehr Anerkennung und vor allem auch ein Stück Machtzuwachs erhofft. Vorangekommen sind sie damit außerhalb der Konferenz noch nicht. Der Seitenhieb von Thomas de Maizière machte deutlich, dass sich innerhalb des Islams in Deutschland etwas bewegen muss. Hier könnten die Islamverbände treibende Motoren sein. Viele Kritiker sehen aber gerade in diesen den größten Hemmschuh. Weiterlesen