Verhütung um jeden Preis

Bill Gates mit Ehefrau Melinda Foto: Kjetil Ree - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6934215

Bill Gates: Mäzen mit zwei Gesichtern.

Er ist, glaubt man den Schätzungen der Bloomberg-Liste, der reichste Mann der Welt. Laut dieser Liste beläuft sich das Vermögen des Gründers des Software-Unternehmens Microsoft auf 72,7 Milliarden Dollar. Im Jahr 2000 gründete Gates zusammen mit seiner Frau die „Bill & Melinda Gates Foundation“, die als eine der großzügigsten Stiftungen auf der Welt gilt. Insgesamt 28 Milliarden Dollar soll Gates inzwischen gespendet haben.

Schwerpunkt seiner Stiftungsaktivitäten ist die Bekämpfung der Malaria und der Kinderlähmung in Entwicklungsländern Afrikas und Asiens. 2010 gaben die Stiftungsgründer bekannt, dass sie in den kommenden zehn Jahren insgesamt zehn Milliarden Dollar für Impfstoffe spenden wollen. Umstritten ist ihr Engagement in Programmen für sogenannte „Bevölkerungskontrolle“.

Bill Gates war eine lange Zeit Anhänger der Theorien des britischen Ökonomen Thomas Robert Malthus. Dieser spricht in seiner 1798 veröffentlichten Schrift „Essay on the Principle of Population“ von der Gefahr einer Überbevölkerung der Erde. Diese Übervölkerung sei laut Malthus, aufgrund der sich rasch aufzehrenden, natürlichen Ressourcen der Erde, ein Problem für die Wirtschaft und die Gesellschaften auf der Welt. Inzwischen ist Gates zwar von dieser Theorie abgerückt, fürchtet aber nach wie vor eine Überbevölkerung. Daher hat das Ehepaar Gates 2012 angekündigt, 450 Millionen Dollar in die Entwicklung neuer Verhütungstechniken zu investieren. So soll bis 2018 ein subkutaner Verhütungs-Chip auf den Markt gebracht werden, der mit Fernbedienung und zu geringen Preisen die Verhütungsideologie nach Afrika, Asien und Lateinamerika tragen soll. Der Chip soll unter die Haut eingeführt werden und eine Lebensdauer von sechzehn Jahren haben und in dieser Zeit neues Leben verhindern.

Dass Gates nach wie vor an der Angst vor einer Überbevölkerung festhält, ist verwunderlich und deckt sich nicht mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unterschiedliche Institute und Organisationen, einschließlich der Vereinten Nationen, haben die These in jüngster Vergangenheit als unhaltbar zurückgewiesen. Die Wissenschaft geht heute immer mehr von einer Implosion aus, was einen starken Rückgang der Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten bedeutet.

Es hat einen familiären Hintergrund, dass Bill Gates sich so stark in der Verbreitung von Abtreibung und Verhütungsmitteln engagiert. Sein Vater war Präsident der weltweit größten Abtreibungslobby „Planned Parenthood“. Gates spricht in diesem Zusammenhang von einem „großen sozialen Engagement“. Trotz dieser ethisch fragwürdigen Aktivitäten besucht das Ehepaar Gates regelmäßig die heilige Messe. Melinda Gates ist Katholikin. Auf den offensichtlichen Widerspruch angesprochen, erklärte Melinda Gates in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Glaube und Religion sind unterschiedliche Dinge“. In Fragen der „Geburtenkontrolle“ habe sie eine andere Auffassung als die katholische Kirche. Beim Thema soziale Gerechtigkeit habe man aber eine gemeinsame Mission.

Eine Audienz von Bill Gates bei Papst Franziskus konnte nach einer heftigen Intervention von afrikanischen Kardinälen verhindert werden. Sie erinnerten Franziskus daran, dass Gates‘ Stiftung für die weltweite Ausbreitung der Abtreibung eintritt und vor allem in den armen Ländern Geld und Kontakte mobilisiert, um die Tötung ungeborener Kinder durchzusetzen.

 

Dieser Artikel ist zuerst in der TAGESPOST erschienen

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